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Fortpflanzung

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Fortpflanzung - Im Rausch der Sinne
Auszug aus der Zeitschrift „Geliebte Katze“ 03/2002 - Barbara Welsch


Wenn eine Katze rollig ist, lädt sie per Duftnote zum Schäferstündchen ein.
Der Duft, der die Kater verrückt macht, ist Valeriansäure, ein Pheromon, das die Katze während der Rolligkeit produziert.
Pheromone sind Duftstoffe, die wie Hormone wirken.
Auch in Catnip und Baldrian ist Valeriansäure enthalten – kein Wunder, dass Katzen verrückt spielen, wenn sie diese Pflanzen riechen.
Beim Kater kurbelt Valeriansäure wahrscheinlich die Bildung von Testosteron, dem männlichen Geschlechtshormon an.
Ein Kater, der Valeriansäure wahrnimmt, benimmt sich, als wäre er ferngesteuert.
Er hat jetzt nur das Eine im Sinn.
Die Fortpflanzungs-Saison beginnt in der Regel im Februar.
Nicht steigende Temperaturen, sondern die längeren Tageslichtperioden lösen die Brunst aus.
Hormone, die die Hypophyse im Gehirn bildet, werden mit dem Blut zu den Eierstöcken der Katze geschwemmt und lösen dort die Produktion von Östrogen aus.
Östrogen veranlasst nicht nur die Reifung der Eizellen, es ist auch dafür verantwortlich, dass die Katze nicht mehr richtig zu ticken scheint.

Zeichen der Rolligkeit:

  • Es fängt harmlos an.
  • Zu Beginn der Rolligkeit verliert die Katze den Appetit.
  • Sie streift unruhig umher und ruft, sobald sie alleine gelassen wird.
  • In den ersten Tagen reibt sie Kopf und Flanke an allen Gegenständen, die ihr in die Quere kommen.
  • Dieses Verhalten steigert sich, bis ihr das Östrogen den Verstand zu rauben scheint.
  • In der Hochbrunst gebärdet sich die Katze wie eine Wahnsinnige.
  • Sie schreit und maunzt, wirft sich auf den Boden, wälzt sich ausgiebig und präsentiert – völlig schamlos – ihre Scham.
  • Zu diesem Zeitpunkt versprüht sie auch ihre eindeutigen Angebote an alle Kater der Umgebung.


Bald schon versammeln sich die potenten Kater um die rollige Katze.
Sie wären bereit, doch die Mieze macht Zicken.
Sie hört zwar nicht auf, sehnsüchtig zu rufen und sich wollüstig zu gebärden, doch wagt einer der Kater, ihr zu nahe zu kommen, gibt sie ihm Saures.
Frustration und Testosteron im Überschuss lassen bald die Aggressionen im Club der abgewiesenen Freier hochkochen.
In null Komma nichts sind die allerschönsten Raufereien im Gange.
Bei den Kämpfen fügen sich die Kater zum Teil erhebliche Verletzungen zu, die vom Wutgeschrei der Kontrahenten begleitet werden.
Die berühmte Katzenmusik lässt die ganze Nachbarschaft am Kater-Turnier teilhaben.
Diese Kämpfe scheinen nichts mit Balzkämpfen zu tun zu haben.

Während bei anderen Tieren das überlegene Männchen das Weibchen ergattert, spielt es bei Katzen keine Rolle, wer den Kampf gewinnt.
Die Katze sucht sich einen Partner oder auch mehrere Partner nach ihren eigenen Kriterien aus.
Doch auch der Erwählte hat nichts zu lachen.
Es kann sein, dass sie ihn noch tagelang hinhält.
Denn nach der Partnerwahl beginnt die Phase der Kokettierflucht.
Immer wieder läuft sie weg, bleibt stehen, sieht sich nach ihm um und wiederholt ihr ganzes Verführungs-Repertoire.
Rückt ihr der Kater aber zu sehr auf die Pelle, setzt es was oder sie ergreift erneut die Flucht.

Der Kater muß vorsichtig und beharrlich sein.
Dem Kater bleibt, hormon-besoffen wie er ist, nichts anderes übrig, als ihr hinterherzutrotten und auf seine Chance zu warten.
Die ist gekommen, wenn sie sich auf die Ellbogen stützt, das Kreuz streckt und die Kruppe anhebt.
Ihre Unterschenkel zeigen dabei nach hinten oben.
Schließlich hebt sie den Schwanz leicht an und hält ihn zur Seite.
Die Erregung lässt sie mit den Hinterpfoten treteln.
Die Einladung ist nun perfekt.

Der Kater steigt vorsichtig auf ihren Rücken und beißt sie in den Nacken.
Der Biss besiegelt wahrscheinlich eine Art Stillhalteabkommen.
Denn bei späteren Deckakten, wenn die Katze sich in die Erregung hineinsteigert und der Kater nicht mehr so eifrig ist, fällt er oft aus.
Beim kurzen Deckakt selbst wirt der Eisprung ausgelöst und eine Befruchtung kann stattfinden.
Doch erst viele Deckakte später haben Kater und Katze endgültig genug und gehen dann wieder getrennte Wege.

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