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Freigehege - Fortsetzung

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Fortsetzung „Freigehege“
Bauen, Umbauen, Anbauen: Was ist erlaubt?
Auszug aus der Zeitschrift "Geliebte Katze", 01/2003 - Isabella Lauer

Sichere Balkone und Terrassen, Katzentürchen und -leitern, Freigehege, Gartenkatzenhäuser
- Ideen für Katzenspaß im Freien gibt es viele, aber eine Genehmigung dafür nicht immer.
Nahezu alle Bauten für ihre Lieblinge unterliegen irgendwelchen Beschränkungen.
Mieter müssen für fast jede Veränderung eine Genehmigung vom Vermieter einholen,
Hauseigentümer brauchen häufig eine Baugenehmigung für ihre Vorhaben und
die Nachbarn reden auch noch mit.

Dennoch gibt es Möglichkeiten, ohne spezielle Erlaubnis seinen Katzen mehr Freiheit zu bieten.

  • Der Mieter darf an einem ohnehin hässlichen Hinterhof-Balkon ein Netz anbringen, sofern es nicht fest verschraubt wird, also z.B. mit Klemmstangen befestigt wird.
  • Urteile, die dies unterstützen, sind ergangen beim Landgericht Hamburg (AZ.: 11 S 291/88) und dem Amtsgericht Hamburg (AZ.: 41 b C 195/97).
  • An der schönen Hausseite kann sich der Vermieter jedoch gegen ein Netz verwahren. Das Amtsgericht Wiesbaden (AZ.: 93 C 3460/99-25) vertrat die Ansicht, dass der Vermieter es nicht dulden muss, wenn ein Mieter den Balkon mit einem Netz versieht. Das Amtsgericht Hamburg fällte ein gegenteiliges Urteil (Az.: 41 b C 195/97). Das Gericht überzeugte sich vor Ort von der Unauffälligkeit des Netzes und sah ein durch Klemmstangen angebrachtes Netz als normale Balkoneinrichtung an, ähnlich wie es für Blumen oder einen Gartenschirm erlaubt ist.
  • Tipp: Bauvorschriften-CDEine CD-ROM mit allen Landes-Bauvorschriften kann man kaufen beim FeuerTRUTZ GmbH Verlag für Brandschutzpublikationen, Kanalstr. 24, D-82515 Wolfratshausen, Telefon 08171 / 26 282, Fax 08171 / 26212, E-Mail: mail@feuertrutz.de, www.feuertrutz.de.


Da die Rechtssprechung nicht eindeutig ist und auch die örtlichen Verhältnisse es nicht immer erkennen lassen, ob der Balkon zur Schmuckseite des Hauses zeigt,
ist es ratsam, vor dem Netzbau den Vermieter zu befragen.

Ähnliches gilt übrigens für den
Bau von Katzenleitern an der Außenwand oder vom Balkon nach unten.
Eine Erlaubnis ist auch erforderlich, wenn man vorhat, für die Katzen ein Loch in eine Tür oder in ein Fenster zu schneiden.
Das Amtsgericht Erfurt stuft ein solches ungenehmigtes Loch als vertragswidrigen Gebrauch einer Mietsache ein, andererseits jedoch als nicht so schlimm, dass man dafür gleich die Kündigung riskiert.
Im entsprechenden Urteil musste der Mieter den Schaden beim Auszug beseitigen (Az.: 223 C 1095/98).
Bauen Sie die Klappe also nur mit Erlaubnis des Vermieters ein und nehmen Sie dazu am besten eine Ersatztür oder ein anderes Fenster, damit das Original unbeschädigt später wieder eingehängt werden kann.

Der Hauseigentümer hat viel mehr Freiheiten in und am Haus als ein Mieter.
Bei größeren Bauten und solchen, die ans Nachbargrundstück grenzen, sind auch ihm Grenzen gesetzt.
Welche es genau zu beachten gilt, kann letztlich nur eine Anfrage bei der örtlichen Baubehörde klären, denn die Vorschriften sind von Bundesland zu Bundesland verschieden, wobei sich auch noch kommunale Verordnungen sehr unterscheiden können.

Ein Beispiel:

  • In Bayern sind Gartenhäuser bis zu einem umbauten Raum von 75 Kubikmetern erlaubt,
  • in Schleswig-Holstein bis 30 Kubikmeter,
  • in Baden-Württemberg bis 40 Kubikmeter, wobei für Schrebergärten häufig wieder andere Vorschriften gelten.


Es ist "recht" kompliziert, und deshab sollte man mit den Plänen zum örtlichen Bauamt gehen und um Rat fragen.
Das gilt auch für einen Zwingerbau, eine feste und hoch eingezäunte Terrasse, einen Carport, einen Wintergarten und einen hohen Grundstückszaun.

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