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Erziehung einer Katze

E F G

Häusliche Erziehung
Auszug aus dem Buch „Katzenseele" Dr. Paul Leyhausen, kosmos-Verlag Seite 143 ff

  • Ganz ohne Verbote verarmt das Verhaltenrepertoire der Wohnungskatze. Mit zu großer Nachgiebigkeit kann man selten etwas erreichen. Auch Schelte und Schläge sind kein Mittel, eine Katze zu erziehen. Die Zuneigung der Katze zum Menschen würde sehr bald leiden, und schließlich hat man ein Tier, das scheu, ängstlich und aggressiv zugleich ist, ein Tier, das für ein Zusammenleben mit dem Menschen verdorben ist.


  • Eine einzige Ausnahme sei hier angeführt: wenn Gefahr droht, muß man sehr schnell und gründlich der Katze beibringen, dass dies kein Spaß, sondern bitterer Ernst ist. Dann und nur dann ist ein derber Nasenstüber, wie sie ihn von ihrer Mutter kennt, angebracht. Die Katze ist im allgemeinen nicht so dumm, daß sie nicht begreift, weswegen sie bestraft worden ist. Nimmt man sie dann auf den Schoß und tröstet sie, weiß sie ganz genau, daß der Klaps nicht ihr, sondern ihrer Handlung gegolten hat.Im großen und ganzen erreicht man bei der Katze am meisten, wenn man ihr mit sanftem Nachdruck, vielen guten Worten und auch einigen scharfen „Au", „Nein!", „Ssssst" (der Ton macht die Musik), mit Liebe, Wiederholungen und Belohnungen die Gesetze der Wohnung klarmacht.


  • Genügt ein strenges Wort nicht, hilft ein leichter Klaps mit zwei Fingern auf das Näschen. Ähnliches hat die Katze von ihrer Mutter erlebt, deshalb kann sie diese Sprache leicht verstehen.


  • Bei hartnäckigem Ungehorsam kann man zur Spritzpistole, zum Blasrohr oder in äußersten Fällen zum Katzen-Fernhaltespary (bitte damit niemals die Katze ansprühen!) greifen.


  • Stellt Mieze etwas Verbotenes an, sollte man sie besser nicht bei ihrem Namen rufen.


  • Ein Kätzchen, das mind. 3 – 4 Monate bei der Mutter und seinen Geschwistern zubringen durfte, hat kaum Erziehung nötig. Mit autoritärer Strenge, einschließlich vieler kräftiger Backpfeifen, hat die Katzenmama ihm alles beigebracht,was zu einer guten Kinderstube nötig hat. Ist die Katzenmama wohl erzogen, weiß auch bald das Kleine, dass es nicht naschen, überall die Krallen wetzen usw. darf.


  • Katzen, die lange bei der Mutter bleiben durften, lernen später leichter, sich den Geboten ihres Menschen zu fügen und sind zuverlässiger in deren Einhaltung. Sie haben ja beizeiten erfahren, was Autorität bedeutet! Darüber hinaus sind solche Katzen weniger ängstllich, geschickter im Spiel und psychisch stabiler. Der Mensch als Spielpartner einer Jungkatze mag noch so eifrig sein – die Ausdauer und den Bewegungsreichtum von drei bis vier quirligen Katzengeschwisterchen wird er nie aufbringen.


  • Zwischen der vierten und der siebten Lebenswoche ist die Zeit für eine Sozialisierung. Erfahrungen mit Menschen in dieser Zeit prägen ein Kätzchen ein Leben lang, natürlich auch Erfahrungen mit anderen Tierarten, dabei richten sich die Kleinen ganz nach dem Verhalten der Mutter. Diese Zeit ist auch die Zeit der Identitätsfindung, d.h. die Katze begreift, daß sie eine Katze ist. Ausschließlich von Menschen aufgezogene Kätzchen lernen dies nicht, begreifen andere Katzen nicht als Artgenossen und können sich ihnen gegenüber nicht artgerecht verhalten.




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